Fettige Haut

Wenn das Gesicht glänzt und ölig wirkt, dann handelt es sich meist um einen fettigen Hauttypen. Fettige Haut tritt vor allem im Gesicht auf, manchmal aber auch im oberen Schulter- und Rückenbereich auf. Im Gegensatz zu normaler oder trockener Haut produzieren die körpereigenen Talgdrüsen zu viele Fette, die eigentlich eine sehr wichtige Funktion für unsere Haut erfüllen. Normalerweise halten diese Schmierstoffe unsere Haut schön geschmeidig und schützen sie vor schädlichen Umwelteinflüssen. Aber bei einer Überproduktion können die Talgdrüsen oder die Haarfollikelgänge auch verstopfen, warum fettige Haut auch zu Unreinheiten und Akne neigt. Neben dem Alter und den männlichen Sexualhormonen führt auch eine entsprechende Ernährung zu fettiger Haut.

Eigenschaften und Kennzeichen fettiger Haut

Von fettiger Haut sind insbesondere Mädchen und Jungen in der Pubertät betroffen, wenn der Organismus in größeren Mengen das männliche Sexualhormon Testosteron ausschüttet. Jungen sind jedoch noch häufiger mit fettiger und unreiner Haut konfrontiert als Mädchen. Mediziner bezeichnen die fettige Haut im Fachjargon als Seborrhoea oleosa. Aber woran genau erkennt man eigentlich fettige Haut? Große Poren, ein öliger Film auf der Stirn, der Nase und dem Kinn sowie Mitesser und Pickeln zeichnen die fettige Haut aus. Fettige Haut glänzt vor allem schnell wieder, auch wenn das Gesicht gerade erst gewaschen wurde. Die Großporigkeit der fettigen Haut führt zudem zu einer ungleichmäßigen, unebenen Oberflächenbeschaffenheit.

Fettige Haut wirkt gleichzeitig aufgrund einer geringeren Durchblutung fahl und blass, darüber hinaus ist sie dicker als normale Haut. Tatsächlich sind Kopfhaut, Gesicht, manchmal auch Brust und oberer Rücken davon betroffen. Dies ist für Betroffene besonders schwer zu verkraften, da das Körperregionen sind, die für unsere Umwelt meist sichtbar sind. Deshalb tendieren Menschen mit fettiger Haut, die öligen und glänzenden Stellen, genauso aber auch Mitesser und Pickel mit viel Make-Up, Puder oder Abdeckstiften zu kaschieren. Allerdings droht dabei das Risiko die Poren noch mehr zu verstopfen.

Aus den Poren, eben den Talgdrüsen tritt beim fettigen Hauttyp zu viel Talg aus. Das bewirkt nicht nur das glänzende Erscheinungsbild, sondern in vielen Fällen führt die Überproduktion an Fetten zu Verhornungen. Der Talg kann dementsprechend nicht richtig abfließen. Infolgedessen kann es zu einer vermehrten Ansiedlung körpereigener Bakterien um die Pore kommen. Die Mikroorganismen zersetzen den Talg, wobei freie Fettsäuren entstehen. Diese lösen wiederum Entzündungen aus, die sich in Form von Mitessern und Pickeln manifestieren. Im schlimmsten Fall bildet sich eine Akne, die neben dem Gesicht auch Rücken und Schultern befallen kann.

Merkmale fettiger Haut
  • fahl und blass
  • glänzend
  • unrein
  • großporig
  • Mitesser, Pickel, Akne
  • Betroffene Areale: Kopf- und Gesichtshaut, Brust und Rücken

Nicht zu verwechseln ist die fettige mit der Mischhaut. Auch die Mischhaut neigt vor allem in der sogenannten T-Zone (Stirn, Nase, Kinn) zu einem öligen, glänzenden Aussehen. Im Gegensatz zur fettigen Haut ist die Mischhaut grundsätzlich eher trocken.

Was man sich gerade in der Pubertät nicht vorstellen möchte, gilt doch als Trostpflaster: Die Probleme, die fettige Haut einem beschert enden meist ab dem 30. Lebensjahr. Vor allem aber ist fettige Haut besser mit Fetten versorgt gewesen, weshalb sie nicht so schnell zu Falten neigt wie andere Hauttypen.

Ursachen von fettiger Haut und Einflussfaktoren

Die Haut besteht aus verschiedenen Schichten, in der im Medizinischen bezeichneten Dermis (Lederhaut) liegen die Talgdrüsen, die für die fettige Haut verantwortlich zeichnen. Jeder Mensch verfügt über diese Talgdrüsen und bei jedem produzieren sie kontinuierlich aus verschiedenen Fettstoffen – den so bezeichneten Sebum (Talg). Er besteht aus Tryglizeriden, Fettsäuren, Cholesterin sowie Proteinen. Bei jedem Menschen jedoch ist die genaue Zusammensetzung unterschiedlich, also sehr individuell. Deshalb neigen eben manche Menschen eher zu trockenen Haut, im Falle einer Überproduktion an Fett eben zu fettiger Haut. Grundsätzlich schützt der Talg die Haut vor äußeren Einflüssen, trägt zur Bildung des Säuremantels der Haut bei, der wiederum vor dem Eindringen von Krankheitserregern wie Bakterien und Pilzen bewahrt. In Verbindung dieses Fettgemisches mit Wasser, das für die notwendige Feuchtigkeitsregulation der Haut sorgt, entsteht der sogenannte Hydrolipidfilm.

Aber wie genau entsteht nun fettige Haut? Wie produktiv die Talgdrüsen sind, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel dem Alter, der Körperregion sowie den körpereigenen Hormonen. Bei Neugeborenen etwa ist die Talgproduktion erhöht, jedoch nimmt sie im Kleinkindalter schnell wieder ab, bevor sie im Jugendalter wieder ansteigt. Diese Entwicklungen sind vor allem auf das Sexualhormon Testosteron zurückzuführen. Wenn nämlich mit zunehmenden Alter der Testosteronspiegel sinkt, dann führt dies meist in die gegenläufige Richtung: Wir neigen dann zur trockenen Haut.

 

 

Betroffene von fettiger Haut besitzen also übereifrige Talgdrüsen, die die Haut mit zu viel Fett versorgen. Wenn diese Talgproduktion täglich das normale Maß von etwa 1 bis 2 Gramm übersteigt, gilt die Haut als zu fettig. Diese Überproduktion hat wie bereits erwähnt verschiedene Ursachen. Neben den männlichen Hormonen (Testosteron, Androgenen) tritt fettige Haut vor allem in der Pubertät auf. Das Alter bestimmt also maßgeblich wie fettig oder ölig die Haut erscheint. Aber auch, wenn der Körper in bestimmten anderen Lebensphasen mit Hormonschwankungen konfrontiert ist, tendiert die Haut zu einer Talgüberproduktion. In der Schwangerschaft, nach der Stillzeit oder während der Menstruation sind deshalb vor allem Frauen von fettiger Haut geplagt.

Daneben kann aber auch eine genetisch bedingte Veranlagung, genauso wie verschiedene Krankheitsbilder die fettige Haut verursachen. Erkrankungen der Nebennierenrinde oder der Eierstöcke, Parkinson sowie Fehlsteuerungen im vegetativen Nervensystem haben großen Einfluss auf unseren Hormonspiegel. Deshalb kommt es bei diesen Krankheiten häufig zu fettiger Haut als Symptom. Natürlich können auch Medikamente die Talgproduktion beeinflussen wie zum Beispiel Beruhigungsmittel und Hormonpräparate. Wer zum Beispiel die Anti-Baby-Pille absetzt, leidet in der Folge häufig unter fettiger Haut sowie Hautunreinheiten.

Es gibt aber auch Erkrankungen, die in direkter Verbindung mit der vermehrten Talgproduktion stehen sowie das seborrhoische Ekzem. Bei dieser Erkranknung bilden die abgegebenen Fette den Nährboden für Haut-, Hefe- und Schimmelpilze. Diese wiederum führen zu roten Stellen, Entzündungen sowie zur Schuppen- und Krustenbildung. Hinter der Ursache der Entstehung eines solchen Ekzems vermuten Dermatologen zum einen Veranlagung bei gleichzeitig auftretenden äußeren Einflüssen wie beispielsweise ungeeignete Hautpflege und Kosmetika. Zur Therapie werden Antimykotika (Antipilzmittel) eingesetzt.

Wie auch für normale Haut im Allgemeinen kann auch die Ernährung ein Einflussfaktor für das Erscheinungsbild der Haut sein. So stehen vor allem Milchprodukte, rotes Fleisch, Kohlenhydrate, Zucker und Salz im Verdacht die Überproduktion der Talgdrüsen anzuregen. Zu viel davon beeinflusst die Fettproduktion also negativ.

Mitesser, Pickel und Akne: Folgen fettiger Haut

In zahlreichen Fällen führt die fettige Haut zu unschönen Begleiterscheinungen wie Mitessern, Pickeln und im schlimmsten Fall sogar zu Akne. Der überschüssige Talg sowie kleine Hornpartikel verstopfen die Follikelgänge der Poren, aus denen Haare wachsen. Diese Talgansammlung ruft eine verstärkte Bakterienansiedlung hervor. Die Poren können sich dadurch entzünden, wodurch es zu Eiterpusteln kommen kann. Diese Erkrankung der Haarfollikel findet verschiedene Ausformungen und Schweregrade, wonach auch die Form der Akne unterschieden wird. Sie findet sich vor allem im Gesicht, auf dem Dekolleté und auf dem Rücken. Diese unterschiedlichen Akneformen treten vermehrt in der Pubertät auf, aber auch Säuglingen sowie bekommen Akne. Des Weiteren kommt eine bereits abgeklungene Akne auch um das 25. Lebensjahr herum wieder zurück. Neben inneren und äußeren Ursachen können wiederum die Hormone, aber auch Hautunverträglichkeiten genauso wie UV-Strahlung die Akne verursachen.

 

Was tun gegen fettige Haut? Die richtige Reinigung und Pflege

Je nach Schweregrad der Begleitsymptome fettiger Haut, bekommen Sie glänzende, ölige Haut genauso wie Mitesser, Pickel und Akne entweder selbst oder mit Hilfe dermatologischer Produkte in den Griff. Bei diagnostizierter Akne wird Ihnen der Dermatologe entsprechende Medikamente wie Antibiotika, antiseptische Präparate auf Benzolperoxid-Basis oder mit natürlichen Fruchtsäuren verschreiben. Frauen raten Dermatologen häufig zur Einnahme der Anti-Baby-Pille, da diese den Hormonhaushalt reguliert.

Tipps gegen fettige Haut, die sie selbst berücksichtigen können, beziehen sich vor allem auf äußere Faktoren. Auf fette und stark zuckerhaltige Lebensmittel sollte man bei fettiger Haut weitestgehend verzichten, genauso wie auf Alkohol und Nikotin. Vor allem aber ist die entsprechende Reinigung und Pflege wichtig. Damit die Haarfollikelkanäle erst gar nicht verstopfen und zu Pickeln oder Akne führen, gilt es das Gesicht mit entfettenden und antibakteriellen Waschlotions sanft zu reinigen. Auch einmal in der Woche angewendete sanfte Peelings helfen dabei, Hornpartikel abzutransportieren. Bei der Pflege sollten Sie vor allem auf fettfreie Cremes zurückgreifen, die bestenfalls auch einen mattierenden Effekt haben.

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