Was hilft bei Neurodermitis im Gesicht?

Juckende und trockene rote Stellen im Gesicht möchte niemand. Besonders im Gesicht ist Neurodermitis für die Betroffenen belastend. Das können Sie dagegen tun.

Die Haut im Gesicht muss besondere Herausforderungen meistern

Regen, Sonne, Wind, UV-Licht, Luftverschmutzung. Kaum ein anderer Teil unseres Körpers ist so vielen Stressfaktoren ausgesetzt. Auch Faktoren wie Make-up, Reinigungsprodukte, Schweiß und mechanische Reibung muss die Haut aushalten. Manchmal passiert es, dass die Gesichtshaut den Belastungen nicht mehr standhält – sie wird trocken, schuppig, gerötet und entzündet sich. Lesen Sie, wie Sie Neurodermitis im Gesicht richtig pflegen und Ekzeme wieder verschwinden.

Hautzustand

Woher kommt Neurodermitis und wie zeigt sie sich ?

Es juckt und brennt, Risse in der Haut schmerzen, Ekzeme – gerötete, schuppende und mit Krusten bedeckte Hautstellen – treten auf. Alles Zeichen von Neurodermitis. Oft nässt die Haut an den betroffenen Stellen und ist gleichzeitig trocken, weil sie kaum Feuchtigkeit speichern kann. Neurodermitis hat viele Ursachen und sollte in jedem Fall von einem Hautarzt abgeklärt und behandelt werden. Vor allem in schweren Fällen ist eine zusätzliche medizinische Therapie nötig. Doch woher kommt das Hautleiden? Genetische Faktoren spielen zum einen eine wichtige Rolle. Bei 80 Prozent, also der Mehrheit der unter der Hautkrankheit leidenden Menschen, reagiert das Immunsystem hypersensibel auf allergieauslösende Stoffe wie Pollen oder bestimmte Lebensmittel – das Abwehrsystem ruft eine Entzündungsreaktion hervor und als Folge bilden sich Ekzeme auf der Haut. Bei Neurodermitis-Patienten ist die Zusammensetzung der Hautfette verändert und die Hautbarriere gestört – die äußerste Schicht der Oberhaut, genannt Hornschicht, übernimmt normalerweise eine wichtige Schutzfunktion gegen Krankheitserreger.

Störungen in der Hautbarriere

Durch die Störung ihrer Schutzbarriere verliert die Haut extrem viel Feuchtigkeit und trocknet regelrecht aus. Und es gibt sogenannte Trigger, also Auslöser, die bei Kontakt mit der Haut einen Schub bewirken können. Dazu gehören trockene Raumluft, Wolle, falsche Reinigung der Haut mit hautreizenden Mitteln und Kosmetika mit Duft- und Konservierungsstoffen. Aber auch einige Nahrungsmittel (z.B. Hühnereiweiß, Weizen, Nüsse, Kuhmilch oder Soja) können Neurodermitis begünstigen – genauso psychische Faktoren wie negativer chronischer Stress oder Trauer. Ein Teufelskreis: Auf Reizstoffe, allergieauslösende Stoffe (Allergene) oder auch Keime reagiert die bereits geschädigte Haut besonders schnell mit Juckreiz und Entzündungen.

Bestimmte Hautbereiche im Gesicht sind häufiger betroffen

Dazu zählen Augen- und Stirnbereich, Wangen, die Region um den Mund, der Hals und der obere Brustbereich. Dort ist die Haut trocken, gerötet, reizempfindlich – und sie juckt, vor allem nachts, wobei das Kratzen die Symptome verschlimmert und die Haut zusätzlich verletzt. Manche zeigen dagegen eine schwächere Form der Neurodermitis im Gesicht. Dabei tritt häufig eine Entzündung der Lippen auf, Risse in den Mundwinkeln, auch im Bereich der Ohren, deren Ränder oft rissig sind. Was jetzt hilft? Trigger meiden und sorgfältige Hautpflege betreiben. Äußere Faktoren wie Hitze und Kälte sollten gemieden werden, gesunde Ernährung ist besonders gefragt.

Hautflecken

Bei Neurodermitis im Gesicht auf beruhigende Pflege achten

Um Schüben vorzubeugen, sollten Sie unbedingt auf eine tägliche Hautpflege achten – unter Berücksichtigung des Hautzustandes. Bei sehr trockener Haut sollten Sie eine fetthaltige Salbe anwenden (keine pure Vaseline oder Melkfett!). Vor allem über Nacht eine spezielle Salbe mit sehr hohem Fettgehalt aufzutragen ist ratsam. So können aufgesprungene Hautstellen ausheilen. Bei nicht so trockenen oder stark nässenden Hautpartien greifen Sie lieber zu einer Pflegecreme – besonders Cremes mit Harnstoff (Urea) geben der Haut Feuchtigkeit zurück, machen sie wieder weich und verringern den Juckreiz. Auch Wirkstoffe wie Glycerin, Ceramide, oder D-Panthenol können Ihrer Neurodermtis-Haut guttun. Andere empfehlenswerte Inhaltsstoffe sind Omega-6-Fettsäuren (Linolsäure), sowie. Nachtkerzen-, Oliven-, Traubenkern- oder Schwarzkümmelöl.

Vorsicht bei der Reinigung entzündlicher Haut im Gesicht

Seifen und Duschgels sind nichts für die Neurodermitis-geplagte Gesichtshaut. Dagegen sollten Sie bei der sanften Reinigung auf pH-neutrale und leicht saure medizinische Seifen (Syndets) setzen. Auf keinen Fall zu stark rubbeln – und auch beim Abtrocknen nur tupfen und nicht reiben. Eine gute Hygiene wie regelmäßiges Händewaschen nicht zu vergessen, denn ansteckende Infektionen können auch ein Trigger für Neurodermitis sein. Akute Ekzeme werden meist mit einer Kortison-haltigen Creme behandelt. Der Hautarzt passt die Dosierung der im Vergleich dünnen und empfindlichen Gesichtshaut an. Es gibt noch andere entzündungshemmende Wirkstoffe, die sich besonders gut für Stellen im Gesicht eignen (Tacrolimus und Pimecrolimus), sie sollen zudem weniger Nebenwirkungen haben als Kortison. Der Rat Ihres Arztes ist hier gefragt!

Extra-Tipp:

Bewahren Sie Ihre Pflegeprodukte im Kühlschrank auf. Ein Auftragen von gekühlten Pflegeprodukten wirkt beruhigend und lindert den Juckreiz.

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Neurodermitis

Extrem trockene Haut, Juckreiz, entzündete, rote Stellen sowie ausschlagähnliche Pusteln: Das sind die Symptome von Neurodermitis – einer sehr häufig auftretenden Hautkrankheit. Medizinisch wird die Neurodermitis auch als atopisches Ekzem oder atopische Neurodermitis bezeichnet. Besonders oft sind Kinder im Alter von 0 bis 3 Jahren betroffen, schätzungsweise weisen sogar bis zu 20 Prozent aller Babys Neurodermitis auf.