Juckende Haut

Nur zu oft juckt es an Stellen, wo wir uns selbst nicht kratzen können: An einer besonders blöden Stelle am Rücken oder es juckt etwa am Po und wir sind gerade in der Öffentlichkeit. Das Gefühl juckender Haut kennt jeder. Das Verlangen sich zu kratzen wird meist automatisch gestillt. Wenn wir nicht an die Stelle herankommen, werden gerne Dritte mit dem Kratzen beauftragt oder auch Hilfsmittel genommen, um dem nervigen Jucken ein Ende zu bereiten. Wer dem Juckreiz allerdings nachgibt und sich kratzt, wird nicht etwa damit belohnt, dass es aufhört zu jucken. Meist verstärkt sich der Juckreiz nur weiter. Doch in den meisten Fällen ist der Juckreiz harmlos und verschwindet häufig ohne weitere Maßnahmen wieder von selbst. Aber auch die Veranlagung der Haut oder bestimmte Krankheiten können zu juckender Haut führen, die nicht von alleine wieder abklingen. Erfahren Sie hier alles Wissenswerte über Juckreiz und wie Sie ihn schnellstmöglich wieder los werden.

Was ist Juckreiz überhaupt?

Als Juckreiz oder auch medizinisch Pruritus bezeichnen Mediziner eine Missempfindung der Haut, die zwar an sich nicht schmerzhaft ist, den Betroffenen aber dennoch zum Verzweifeln treiben kann. Die eigenen Hände wandern immer wieder zu der juckenden Stelle. Dieser Automatismus führt allerdings nicht zur gewünschten Linderung. Nach kurzer Zeit macht sich das Jucken auf der Hautoberfläche wieder bemerkbar. Im besten Fall verschwindet der Juckreiz meist von ganz alleine noch am selben Tag wieder. Manche Erkrankungen oder auch Medikamenteneinnahme können jedoch auch zu chronischem Juckreiz führen. Juckreiz bezeichnet also ebenfalls eine Begleiterscheinung einer Hauterkrankung wie zum Beispiel der Schuppenflechte (Psoriaris), der Neurodermitis (atopisches Ekzem) oder der Nesselsucht (Urtikaria). In diesem Fall muss die entsprechende Krankheit behandelt werden, damit der Juckreiz verschwindet. Juckreiz, der nicht auf eine andere Ursache zurückzuführen ist, benennen Dermatologen als Pruritus sine materia, das heißt die Haut ist an sich symptomfrei. Weiterhin lässt sich Juckreiz in einen generalisierten, also den ganzen Körper betreffend, und den lokalisierten Juckreiz, eine bestimmte Körperstelle betreffend, unterscheiden.

 

In juckender Haut äußern sich die Reaktionen bestimmter Nerven auf spezielle Auslöser. Und die Haut ist von zahlreichen und sehr empfindlichen Nervenenden überzogen, so dass Juckreiz eine sehr häufige Erscheinung ist. Die Nerven reagieren etwa auf ein Insekt, dass sich auf der Hautoberfläche niederlässt, und mit Juckreiz antwortet sie etwa, wenn die Mücke bei ihrem Stich ihren Speichel injiziert. Im Falle eines Insektenstichs produziert der Organismus dann Histamine, diesen Histamin-Ausstoß etwa nimmt der Mensch als Jucken wahr. Das Kratzen beginnt.

Im Falle eines Mücken- oder anderen Insektenstichs vergeht der Juckreiz bald wieder, egal ob wir kratzen oder nicht. Wenn Sie jedoch unter dauerndem, für Sie nicht erklärbaren Juckreiz der Haut leiden, dann sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Dieser kann feststellen, ob eine andere Krankheit zugrunde liegt, die behandelt werden muss.

Ursachen juckender Haut

Juckende Haut tritt spontan auf, kann aber aufgrund einer zugrunde liegenden Erkrankung oder Allergie zu einem chronischen Zustand der Missempfindung der Haut werden. Wenn Sie häufig oder sogar ständig unter Juckreiz leiden, dann sollte abgeklärt werden, welche Ursache hinter dem Jucken steckt. Doch keine Panik: Es gibt naheliegende Gründe und gut zu behandelnde Ursachen, die juckende Haut auslösen können.

Trockene Haut, auch als Xerodermie bezeichnet, ist ein Hauttyp, bei dem die Feuchtigkeitsregulation der Haut gestört ist. Die Talgdrüsen produzieren zu wenig Sebum, um die Haut geschmeidig und weich zu machen und zudem kann die Haut nicht mehr ausreichend Feuchtigkeit speichern. Die Haut erscheint deshalb nicht nur rau und rissig, sondern tendiert auch zu Spannungsgefühlen und Juckreiz. Selbst wenn Sie üblicherweise nicht zu trockener, juckender Haut tendieren, können in der kalten Jahreszeit die trockene Luft innen und außen zu den gleichen Symptomen trockener Haut führen, weshalb im Winter auch häufiger eine reichhaltigere Pflege der Haut notwendig wird.

Eine weitere Ursache, die juckende Haut als Symptom nach sich ziehen kann, ist ein Hautpilz. In den meisten Fällen ist der Pilz Candida albicans verantwortlich für meist runde, gerötete und auch schuppende Hautstellen. Candida albicans zählt zu den Pilzen, die normalerweise in einer gewissen Anzahl auf der Haut vertreten sind. Wenn aber das Immunsystem oder eventuell auch zur Störung des Säureschutzmantel der Haut kommt, dann kommt es zu einer vermehrten Anhäufung dieses Pilzes. Candida albicans verursacht in diesem Fall dann ebenfalls Juckreiz. Manchmal geht auch ein unangenehmer Geruch mit der Erkrankung einher.

Bei Schuppenflechte (Psoriaris) entwickeln sich insbesondere am Haaransatz, an den Knien oder Ellbogen sich schuppende und juckende Hautareale. Psoriaris kann also auch zu juckender Kopfhaut führen. Diese Form der Hauterkrankung wird meist durch genetische Veranlagung oder durch eine Überreaktion des Immunsystems ausgelöst. In jedem Fall ist die Psoriaris behandlungswürdig und sollte von einem Dermatologen untersucht werden.

Neurodermitis (atopisches Ekzem) gehört zur Gruppe der sogenannten Immundermatosen. Neurodermitis ist eine chronische, entzündliche Erkrankung der Haut, die auf eine Überreaktion des Immunsystems zurückzuführen ist. Trockene Haut sowie Juckreiz sind die Leitsymptome einer Neurodermitis. Es kann ebenfalls zu Rötungen, Schuppen und Ekzemen kommen. Diese Hautveränderungen treten sehr häufig in den Armbeugen, Kniekehlen, im Nacken oder im Hals- und Gesichtsbereich auf. Neurodermitis gilt bis heute als nicht vollständig heilbar, jedoch kann eine medizinische Behandlung große Linderung verschaffen.

Weitere Hauterkrankungen, die sich typischerweise in Pusteln, Verkrustungen und Juckreiz äußern sind Ekzeme im Allgemeinen und Nesselsucht (Urtikaria).

Auch Allergien und Kontaktallergien durch natürliche Stoffe wie Blütenpollen, aber auch durch Lebensmittel oder Metalle wie Nickel können juckende Haut hervorrufen.

Weitere äußere Einflüsse oder Krankheiten, die hinter juckender Haut oder juckender Kopfhaut stecken, sind:

  • Hautparasiten wie Krätzmilben Kopfläuse
  • Umweltfaktoren und Giftstoffe, die eine Reizung der Haut hervorrufen
  • Sonnenbrand oder sich abschälende Sommerbräune

Neben diesen naheliegenden Ursachen, die den Juckreiz der Haut bedingen können, gibt es allerdings auch innere Erkrankungen, wie auch Stoffwechsel- und Infektionskrankheiten, die juckende Haut als Symptom hervorrufen können. Bei Leberzirrhose oder Nierenschädigungen etwa kann es zu einem bisher nicht geklärten generalisierten Juckreiz kommen. Auch die Krebstherapie von Tumoren kann juckende Haut auslösen. Stoffwechselerkrankungen wie eine Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes mellitus oder allgemeine Hormonschwankungen wirken sich ebenfalls auf die Gefühlsempfindung der Haut aus. Auch HIV, das das Immunsystem angreift, kann juckende Haut auslösen. Aber auch psychische Erkrankungen, die mit einer Zwangsstörung wie einem Waschzwang einhergehen, gelten als Auslöser juckender Haut. Und auch zahlreiche Medikamente können vorübergehenden oder dauerhaften Juckreiz ausüben. Dazu zählen unter anderen Antibiotika, Entzündungshemmer (Antiphlogistika), Psychopharmaka, zur Tumormedizin zählende Zytostatika, Gerinnungshemmer sowie Opiate.

Was tun gegen juckende Haut?

Sie leiden gegen Juckreiz und fragen sich, was Sie selbst dagegen unternehmen können? Zunächst einmal sollten oben genannte Erkrankungen ausgeschlossen werden, denn Sie bedürfen einer speziellen Therapie durch Fachärzte. Wenn bei Ihnen jedoch keine andere Krankheit zugrunde liegt, können Sie zunächst einmal überlegen, seit wann der Juckreiz der Haut besteht. Juckende Haut im Sommer kann etwa durch verstärkte Sonneneinstrahlung oder eine Sonnenallergie bedingt werden. Dann gilt als oberste Priorität: Erst einmal raus aus der Sonne und eventuell den Sonnenschutz wechseln. Juckende Haut im Winter lässt sich häufig auf die kalten Temperaturen und trockene Heizungsluft zurückführen. Ansonsten können Sie versuchen bestimmte Allergien auszuschließen, etwa auf Lebensmittel, Waschmittel oder auch bestimmte Reinigungs- und Pflegeprodukte.

Trockene Haut ist einer der häufigsten Auslöser für juckende Stellen. Vermeiden Sie das Austrocknen der Haut, indem Sie vor allem im Winter die Raumluft gut befeuchten, nicht zu häufig, zu lange und zu heiß Duschen oder Baden. Auch Saunieren und bestimmte Pflegeprodukte, die z.B. Alkohol enthalten können die Haut austrocknen. Um Ihre Haut zu pflegen sollten Sie rückfettende Cremes und Lotionen verwenden. Pflegeprodukte mit Urea verhelfen schnell zur Linderung von Juckreiz.

 

Unser Tipp: Hyaluron Lipo-Milk

Verwandte Themen

Trockene Haut und Ernährung

Diese Lebensmittel helfen bei trockener Haut

Fühlt sich die Haut rau an, spannt und juckt? Häufig sind Stress, Temperaturschwankungen und Heizungsluft Schuld an trockener Haut. Aber nicht nur! Auch die richtige Ernährung hat einen großen Einfluss auf den Feuchtigkeitsgehalt der Haut. So können bestimmte Lebensmittel das Gewebe von innen mit wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und Fettsäuren versorgen.