Couperose oder Rosacea – der Unterschied

Ob Couperose oder Rosacea – beides bedeutet einen Verlust von Lebensqualität. Vor allem, weil es die Gesichtshaut und das Dekolleté betrifft. Die sichtbare und fühlbare Hautveränderung ist aber nicht nur ein optisches Problem, sondern auch ein physisch und seelisch belastendes, das mit Beschwerden einhergeht. Betroffene fühlen sich durch die unschönen Veränderungen im wahrsten Sinne nicht mehr wohl in ihrer Haut. Was steckt dahinter? Die meisten Experten sehen die Couperose als eine Vorstufe der Rosacea, einige betrachten sie als eigenständige Krankheit. „Die Couperose besteht oft als eigenständiges Phänomen, jedoch nicht als Krankheit, im Zusammenhang mit Stoffwechselerkrankungen, etwa der Leber. Oder aber als ,Essentielle Teleangiektasien’, also Gefäßerweiterungen unbekannter Ursache, die in erster Linie erblich bedingt sind“, erklärt der Saarbrücker Dermatologe Dr. Dirk Landwehr. „Couperose stellt häufig eines der Symptome einer chronisch entzündlichen Hauterkrankung, der Rosacea, dar“, so der Hautspezialist. „Bei einer Rosacea wiederum, die sich nur als Couperose äußert, sprechen die Dermatologen von einer Rosacea teleangiectatica.“ Diese kann aber eben auch eine Frühform der klassischen Rosacea sein. Und bringt dann Symptome wie Stechen und Brennen, spontane Hautröte – das sogenannte Flushing – bis hin zu eitrigen Pusteln und knötchenartigen Papeln mit sich. Rosacea/Rosazea ist eine fortschreitende (progrediente), chronische Gesichtserkrankung. Doch trotz ihres chronischen Verlaufs hat die Medizin wirksame Mittel entwickelt, um die Symptome zu lindern und den Betroffenen ihr Leben zu erleichtern. Dazu später mehr. Wichtig ist auch, die Krankheit so schnell wie möglich zu behandeln, nicht zuletzt, um eine Gefahr für die Augen abzuwenden.

Die häufigsten Symptome von Rosacea auf einen Blick

  • Rötungen, die sich über das ganze Gesicht ziehen können
  • Die Rötungen werden im weiteren Verlauf zu eitrigen Pusteln, Knötchen und Verdickungen
  • Schmerzempfindliche Haut, Brennen und Stechen
  • Die Augen können betroffen sein, im schlimmsten Fall droht Erblindung

Experten sprechen von den drei Phasen der Rosacea. In der ersten Phase treten anhaltende Rötungen (sichtbare Kapillargefäße) auf, die nicht mehr verschwinden. In Phase zwei weiten sich die Rötungen auf das ganze Gesicht und weitere Partien am Körper aus, aus den Rötungen werden erhabene Knötchen (Papeln) und Eiterpusteln. In der dritten Phase kommt es in vielen Fällen zu Wucherungen der Talgdrüsen, was eine vergröberte Oberfläche der Haut mit sich zieht. Es handelt sich hierbei um die ausgeprägteste Form der Rosacea.

Die häufigsten Symptome von Couperose auf einen Blick

  • Rötungen auf Nase und Wangen
  • Sichtbare rote Äderchen (durch Blutstau)
  • Die Haut wird trocken, sticht, brennt und juckt

Der Übergang von einer Couperose hin zu einer Rosacea ist ein fließender, auch wenn es „nur“ bei einer Couperose bleiben kann. Aufgrund der Komplexität der möglichen Ursachen sollte man diese immer von einem Hautarzt abklären lassen. Es beginnt mit Rötungen der Gesichtshaut, kleine Äderchen zeigen sich auf dem Teint, da es zu Blutstauungen kommt, es bilden sich neue Blutgefäße. Äußere Trigger wie Kaffee und Schwarztee, Alkohol, Nikotin oder auch starke Temperaturschwankungen sowie UV-Strahlung können eine Entzündungsreaktion der Haut hervorrufen und die Rötungen verstärken. Die Haut verliert immer mehr an Elastizität und Spannkraft und wird trocken. Während die Rötungen und Beschwerden wie Juckreiz und Brennen bei der Couperose wieder verschwinden bzw. periodisch auftreten, bleiben die Symptome bei einer Rosacea-Erkrankung schließlich bestehen. Sie gehen auf weitere Gesichtspartien neben Wangen und Nase über – auch Ohren, Augenlider, Nacken und das Dekolleté sind betroffen. Die Rosazea wird fälschlicherweise häufig als Akne des Erwachsenenalters bezeichnet. Gerade Menschen mit einer öligen Haut, die im Jugendalter von Akne betroffen waren, sind gefährdet, später an der Rosazea zu erkranken. Diese ist jedoch nicht zu verwechseln mit der Spätakne (Acne tarda). Rosacea bricht in der Regel zwischen dem dreißigsten und fünfzigsten Lebensjahr aus. Häufig bei Frauen um die Menopause herum, was auf ein Überwiegen des Androgenspiegels zurückzuführen ist. Vorstufen der Erkrankung sind aber oft schon früher als Couperose und/oder vermehrte Hautöligkeit feststellbar.

Bei Männern kann es durch die Hauterkrankung im schlimmsten Fall sogar zu einer knotigen Verdickung der Nase kommen, wobei Wucherungen/Verdickungen bei beiden Geschlechtern ohne eine angemessene Behandlung auftreten. Die Verdickung der Nase wird in der Medizin als „Rhinophym“ bezeichnet. Rosacea ist keine Seltenheit, sie gilt inzwischen als Volkskrankheit – rund fünf Millionen Menschen leiden hierzulande daran und an ihrer schwächeren Vorform, der Couperose. Ein Zusammenhang mit einer stressigen Lebensweise in westlichen Ländern wird von der Wissenschaft bestätigt, auch wenn eine genetische Veranlagung eine große Rolle spielt.

Welche Therapien auch noch hilfreich sind

Gerade bei einer akuten Rosacea, wenn Hausmittel wie z.B. Kompressen mit Kamillentee und Grüntee oder Aloe Vera zwar guttun, aber keinen durchschlagenden Erfolg mehr bringen, ist eine gezielte Therapie wichtig. Was möglich ist, hier einmal kurz zusammengefasst:

  • topisch (äußerlich): Antiobiotika wie beispielsweise Metronidazol-haltige Salben; Talgreduzierende wie etwa Azelainsäure, antiparasitär wirkende mit Ivermectin (gegen Milben)
  • intern: Antibiotika wie Tetracycline oder Metronidazol; niedrig dosiertes Doxycyclin als antientzündlich wirkendes Antibiotikum
  • physikalisch: mit IPL (intensives Blitzlicht); IPL kombiniert mit Radiofrequenzstrom (ELOS), Laser (z.B. Farbstofflaser)

Festzuhalten ist: Eine Erkrankung wie Rosacea ist nicht ansteckend. Eine vollständige Heilung allerdings ist bislang nicht möglich. Dafür existieren sehr effektive Behandlungsmethoden, welche die Symptome deutlich vermindern und sogar beseitigen können. Eine äußerliche Behandlung mit Cremes, Gels und Seren kann bei einer leichten Form helfen. Schwere Verläufe machen die Einnahme von Medikamenten eventuell nötig, z.B. als Tabletten oder Kapseln. Hierbei geht es darum, starke Entzündungen und Schwellungen zu bekämpfen. Auch Licht bzw. „Intense Pulse Light“ – Licht in bestimmten Wellenlängen – kann die Entzündungen, Pickel und Rötungen entfernen. Mit diesem schonenden Verfahren kann das Erscheinungsbild der Haut in mehreren Sitzungen wiederhergestellt werden. Die oberflächlichen kleinen Gefäße im Gesicht werden beseitigt, gleichzeitig kann bei dem Verfahren die Neubildung von Kollagen (Neokollagenese) angeregt werden. Dadurch wird die Haut wieder elastischer, stärker und resistenter gegen ein Wiederauftreten der Symptome. In vielen dermatologischen Praxen wird IPL auch noch mit Radiofrequenzstrom kombiniert, und auch spezielle Laser kommen zum Einsatz. Ein solches Lasersystem wird zur Gefäßverödung eingesetzt. Die roten Äderchen verschwinden.

Kann Rosacea positiv beeinflussen: Die richtige Ernährung

Neueren Studienergebnissen zufolge haben die Ernährung und der Magen-Darm-Trakt einen viel größeren Einfluss auf die Hautkrankheit als bisher vermutet. Ist der Verdauungstrakt außer Balance oder dauerhaft gereizt, merkt und sieht man das auch der Haut an. Ist die Darmwand erst einmal beschädigt, wird sie durchlässiger und darunter leidet die Haut. Eine gestörte Darmflora lässt sich auch durch die richtige Ernährung wieder ins Gleichgewicht bringen: Durch sogenannte Synbiotika, eine Mischung aus Probiotika sowie Präbiotika. Es gibt sie als Pulver und/ oder Tabletten. Lebensmittel wie Saure Gurken, Sauerkraut, Kefir, Kimchi und etliche Naturjoghurts enthalten außerdem Probiotika. Präbiotika hingegen stecken im Knoblauch, in Zwiebeln, Lauch, Topinambur oder auch Chicorée.

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