Unreine Haut bei Erwachsenen – das steckt dahinter

Was in der Pubertät dazugehört, ist im Erwachsenenalter kaum akzeptabel: Pickelchen und Mitesser. Doch wieso blüht erwachsene Haut eigentlich gerne noch mal auf und wie lässt sich Spätakne effektiv vorbeugen und bekämpfen?

Was versteht man unter Spätakne?

Spätakne, von Dermatologen auch Akne Tarda genannt, definiert sich vor allem über das Alter. Wer jenseits der 25 noch unter Hautunreinheiten, Pickeln, Mitessern und Pusteln leidet, hat Spätakne. Unangenehm muss das Betroffenen, meist sind es Frauen, jedoch nicht sein. Denn das Problem trifft nicht gerade wenige: Aktuellen Zahlen zufolge hat jede vierte Frau zwischen 25 und 45 mit Spätakne zu kämpfen. Was jetzt hilft? Keine Panik schieben, dafür aber den eigenen Lebenswandel überprüfen.

Die Haut – der Spiegel der Seele

Der menschliche Organismus reagiert extrem sensibel auf Stress – und das kann sich auch auf unserer Haut widerspiegeln. Unter Anspannung schüttet die Nebenniere vermehrt Androgene, also männliche Sexualhormone aus. Diese kurbeln die Ölproduktion der Haut an, ein Film aus überschüssigem Fett bildet sich. Ein Teufelskreis, denn die Poren verstopfen und es bilden sich immer mehr Pickel. Das Gemeine dabei ist: Da die Zellen sich ab dem Alter von 30 Jahren langsamer regenerieren als noch zu Teenager-Zeiten, dauert es viel länger, bis die unerwünschten Unreinheiten verschwinden. Sollten Sie sich also dauerhaft gestresst fühlen, sorgen Sie dafür, dass Sie sich im Alltag öfters mal entspannen. Hilfreich sind zum Beispiel geführte Meditationsstunden, Yoga, Autogenes Training oder ein schöner Spaziergang (ohne Handy).

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Ursachen der Spätakne: Hormone spielen eine Rolle

Nicht nur bei Stress werden vermehrt Sexualhormone ausgeschüttet, die einen Einfluss auf das Hautbild haben. Das Gleiche geschieht beim Absetzen der Anti-Baby-Pille. Der Körper hat sich im Laufe der Zeit an das Präparat gewöhnt und stabilisiert den Hormonspiegel von selbst. Wird die Pille abgesetzt, kommt es zu einem plötzlichen Überschuss an männlichen Hormonen. Als Folge wird die Haut fettig, Mitesser und Pickel haben freie Bahn. Doch nicht nur das Absetzen der Pille, auch die Geburt eines Kindes oder später die Wechseljahre führen zu hormonellen Umstellungen und im Zweifel zu Hautveränderungen.

Auch der Darm und die Ernährung haben Einfluss auf die Haut

Viele Menschen glauben, dass Hautunreinheiten ein rein hygienisches Problem sind. Doch weit gefehlt: Die Haut ist nicht nur der Spiegel der Seele, sondern des gesamten Innenlebens. Ist etwa die Darmflora im Ungleichgewicht, zum Beispiel durch die Einnahme von Antibiotika oder durch eine unausgewogene Ernährung, kann die Haut ebenfalls blühen. Wer sich hingegen gesund ernährt, trägt maßgeblich zu reiner Haut bei. Vor allem auf Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index wie etwa Weißbrot sollten Sie weitestgehend verzichten. Sie wirken entzündungsfördernd und haben einen schlechten Einfluss auf das Hautbild – genau wie auch Zucker. Ebenfalls Gift für unseren Körper und vor allem auch für die Haut sind Zigaretten, Alkohol und Fast Food. Übrigens: Auch Milchprodukte treiben die Entzündungswerte im Körper in die Höhe.

Trockene Haut & Ernährung
Gesichtspflege

Die richtige Hautpflege

Weniger ist manchmal mehr – und das gilt auch beim Thema Hautpflege. Häufiges Peelen und zu viel Pflege beeinträchtigen den Säureschutzmantel der Haut und können ihn schlimmstenfalls sogar schädigen. Besser: Nicht zu viel rumprobieren und den Produkten, die man gut verträgt, dauerhaft treu bleiben. So beugt man unreiner Haut perfekt vor. Wer jedoch unter Akne leidet, verwendet besser pH-neutrale Waschlotionen oder Seifen und Feuchtigkeitscremes auf Wasserbasis statt fettige Cremes. Auch spezielle Kosmetikserien wie beispielsweise die „Haut in Balance Hautrein“-Reihe von medipharma cosmetics sind jetzt hilfreich – genau wie antibakterielle Gesichtsmasken, die die Heilungskräfte der Haut beschleunigen. Achten Sie auch darauf, dass Make-up und Sonnenschutzmittel möglichst fettfrei sind.

Leichter gesagt als getan: Finger weg!

Sie können jucken oder wehtun – doch fast immer sorgen frische Pickel und Pusteln dafür, dass man sich in seiner eigenen Haut unwohl fühlt. Dennoch ist drücken ein Tabu! Der Grund: Unter den Nägeln befindet sich stets kaum sichtbarer Schmutz. Wer Hand anlegt, riskiert im schlimmsten Fall eine Entzündung. Sicher aber ist, dass die Haut so nicht die regulären drei bis vier Tage zur Heilung braucht, sondern drei- bis viermal so lang. Und das ist noch nicht alles: Die scharfen Kanten der Fingernägel können die Haut so sehr verletzen, dass dauerhaft Narben zurückbleiben. Besser als den Unreinheiten selbst zu Leibe zu rücken, ist der Gang zur Kosmetikerin (sie trägt Handschuhe und weiß genau, wie fest sie wo zu drücken hat) oder – in schlimmeren Fällen – zum Dermatologen. Je nach Schweregrad und Hautbeschaffenheit wird er eine individuelle Therapie vorschlagen. Diese kann von der Behandlung mit einer antibakteriellen Creme über Antibiotika bis hin zu Hormonpräparaten reichen.

Vorbeugen mit der richtigen Pflege

Wer jeden Tag genügend Zeit für die Hautpflege einplant, minimiert das Risiko für ernsthafte Hautprobleme. Dazu zählt vor allem die morgendliche und auch abendliche Pflegeroutine. Konkret bedeutet das: Da die Talgproduktion auch über Nacht aktiv ist, wird der überschüssige Talg während des Schlafs über die Poren ausgeschieden. Waschen Sie Ihr Gesicht deshalb morgens mit lauwarmem Wasser und einer Reinigungslotion. Massieren Sie diese in kreisenden Bewegungen ein, so wird die Durchblutung gefördert und Sie bekommen einen strahlenden Teint. Abends ist es besonders wichtig, die Haut gründlich von Make-up zu befreien. Verwenden Sie hierfür spezielle Abschminkprodukte. Welches Produkt für Sie das Richtige ist, hängt von Ihrem Hauttyp ab: Waschgels eignen sich vor allem für fettige Haut und Mischhaut, wer eher trockene Haut hat, greift zu einer Reinigungsmilch. Mizellenwasser ist die beste Wahl bei normaler Haut. Das Ergebnis: Ihre Haut kann jetzt wieder aufatmen und sich über Nacht regenerieren.

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