PH-neutrale-Pflege – was ist damit gemeint?

Sie fragen sich schon länger, was pH-neutrale Kosmetik eigentlich ist? Wir klären auf.

PH-neutrale-Pflege

Macht pH-neutrale Hautpflege Sinn?

Vor allem in der Drogerie sind Sie bestimmt schon einmal über den Begriff „pH-neutral“ gestoßen, denn viele Kosmetikhersteller werben damit. Was dahinter steckt? Hinter dem pH-Wert verbirgt sich der lateinische Begriff „Potentia Hydrogenii“ – und er sagt etwas über den Zustand unserer Haut aus. Wird er aus dem Gleichgewicht gebracht, sieht man das der Haut – unserem größten Organ – an. Mit einem Wert von 4,1 bis 5,8 ist der Großteil unserer Haut leicht sauer, was durch körpereigene saure Substanzen wie Schweiß und Talg zustande kommt. Produkte, deren pH-Wert im schwach sauren Bereich liegen, werden häufig als hautneutral bezeichnet, weil sie dem natürlichen pH-Wert der Haut entsprechen.

Reinigung der Haut

Auch wenn der größte Teil der Haut einen Wert von 4,1 bis 5,8 aufweist, variiert der pH-Wert von Körperregion zu Körperregion. So liegt der pH-Wert unter den Achselhöhlen beispielsweise bei etwa 6,5 und auch im Genitalbereich ist der pH-Wert höher als an anderen Körperregionen. Der hauteigene Säureschutzmantel sorgt dafür, dass die Haut vor schädlichen Umwelteinflüssen geschützt wird. Dabei gilt: Ein eher saurer pH-Wert schützt die Haut, ein höherer Wert hingegen vergrößert das Risiko für Hautprobleme. Viele Seifen und Duschprodukte haben einen alkalischen bzw. basischen Wert, das heißt, ihr Wert liegt über 7. Und das bedeutet eine Menge Arbeit für den Körper einer gesunden Person, genauer gesagt rund eine Stunde. Erst dann liegt der normale pH-Wert wieder vor. Die Haut älterer Menschen oder die von Säuglingen und kleinen Kindern kann sogar noch länger brauchen, bis der Ursprungswert wieder erreicht ist. Als Folge können leichter Hautschäden auftreten als bei anderen Personen.

pH-hautneutrales Reinigungsmousse für sensible, irritierte und zu Allergien neigende Haut

So schützen Sie Ihre Haut

Als Faustregel gilt: je alkalischer, desto schädlicher. Von Kosmetikprodukten, deren pH-Wert weit über 7 liegt, sollten Sie also besser die Finger lassen. Denn auch wenn die Haut – zumindest gesunde Haut – durchaus im Stande ist, den Wert zu regulieren – zu viel ist irgendwann zu viel. Im schlimmsten Fall entfällt die Funktion des Säureschutzmantels. Die Haut ist dann anfällig für Infektionen, Allergien und mehr. Wer jetzt denkt, dass er doch am besten einfach ganz auf Seife & Co. verzichten kann, der täuscht. Denn Wasser alleine reinigt die Haut nicht gründlich genug von den äußeren Einflüssen, denen sie ständig ausgeliefert ist. Neben den zahlreichen Schmutzteilchen haften auch überschüssiger Talg, abgestorbene Hornzellen und Keime an der Hautoberfläche. Ohne eine gründliche Reinigung verstopfen die Poren und begünstigen Unreinheiten und Entzündungen. Bevor Sie also gar kein Reinigungsprodukt verwenden, achten Sie besser darauf, zu Produkten mit einem hautphysiologischen pH-Wert zu greifen – also zu jenen, die dem natürlichen Wert der Haut entsprechen (4,1 bis 5,8) und als pH-hautneutral bezeichnet werden.

Schutz vor alkalischen Substanzen

Insbesondere bei empfindlicher Haut sind eine milde Reinigung und eine intensive Pflege mit pH-neutralen Rezepturen besonders wichtig. Der Hinweis „pH-neutral“ ist auf den entsprechenden Produkten klar kenntlich gemacht.

Und noch ein Tipp zum Schluss: Tragen Sie beim Abspülen und Putzen stets Schutzhandschuhe. Denn Reinigungsmittel & Co. zählen zu den alkalischen Substanzen, die der Haut nichts Gutes tun.

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