Stay Clean: Hygiene für den ganzen Körper 

Aufstehen, Zähne putzen, duschen – die Körperpflege gehört zum täglichen Ritual dazu. Warum sie so wichtig ist und was es zu beachten gilt – hier kommen die besten Tipps zur Pflege des gesamten Körpers.

Im Kampf gegen das Coronavirus achten wir momentan alle verstärkt auf eine besonders gute Körperhygiene. Vor allem die Hände waschen wir deutlich häufiger am Tag als noch vor der Krise. Und auch Desinfektionsmittel kommen öfters zum Einsatz. Doch unabhängig davon, ist auch die tägliche Körperpflege eine Selbstverständlichkeit für uns alle. Doch wussten Sie, dass man dabei so einiges falsch machen kann?

Morgens oder abends duschen – Es ist nicht egal

Direkt nach dem Aufstehen geht es für die meisten von uns direkt unter die Dusche. Grundsätzlich ist dagegen rein gar nichts einzuwenden, denn einen wissenschaftlichen Beleg, welche Tageszeit besser für die Körperreinigung geeignet ist, gibt es nicht. Einzige Ausnahme: Wer zu Hautunreinheiten, Akne, Tierhaar- oder Pollenallergie neigt oder grundsätzlich viel schwitzt, duscht besser abends. Denn so werden Hautunreinheiten vorgebeugt. Eine Dusche vor dem Zubettgehen empfiehlt sich vor allem auch für Menschen mit trockener Haut. Denn über Nacht, wenn keine enge Kleidung am Körper reibt, kann sich der Schutzmantel der Haut leichter regenerieren und auch Bodylotion und Cremes haben genügend Zeit zum Einziehen.

Wasser marsch

Doch nicht nur das Wann sondern auch das Wie spielt bei der Douschroutine eine wichtige Rolle. Um den Schutzmantel der Haut nicht anzugreifen, empfiehlt es sich unabhängig vom Hauttyp, pH-neutrale Seifen zu verwenden (steht meistens auf der Verpackung). Es ist völlig ausreichend, lediglich Stellen wie Achseln, Pofalte, Intimbereich, Brust- und Rückenmitte sowie die Füße einzuschäumen. Für den Rest des Körpers reicht das pure Wasser aus dem Duschkopf. Damit die Haut nicht austrocknet, sollte die Wassertemperatur nicht höher als 35 Grad sein. Wer heißer duscht, greift den natürlichen Säureschutzmantel der Haut an. Dermatologen zufolge sind sogenannte Wechselduschen – kurz warm, dann kalt – am besten. Die Abwehrkräfte werden gestärkt, Kreislauf, Nervensystem und Stoffwechsel angeregt und der Körper ganz allgemein belebt. Des Weiteren sollte der Duschvorgang nicht länger als etwa 3 Minuten dauern. Der Grund: Langes Duschen trocknet die Haut aus. Für Frauen ist das Einschäumen unter der Dusche übrigens die beste Gelegenheit, die Brust auf Veränderungen abzutasten – genau wie beim anschließenden Eincremen. Der Grund: Wasser und Pflegelotion lassen die Hände leichter über die Haut gleiten. Auch Männer sollten sich unter der Dusche ausreichend Zeit nehmen. Denn eine gründliche Reinigung der Intimzone sagt Viren und Bakterien den Kampf an und hilft laut der Deutschen Gesellschaft für Urologie, Peniskrebs vorzubeugen. Zudem sollten Männer ihr Geschlechtsteil anschließend gut abtrocknen. Denn das verhindert, dass die Feuchtigkeit unter der Vorhaut einen Nährboden für Viren und Bakterien darstellt.

Weniger ist mehr

Dass wir Deutschen es gerne reichlich mögen, spiegelt sich auch in der Duschstatistik wieder. Demnach duscht 66 Prozent der Bevölkerung mindestens ein Mal am Tag. Aus dermatologischer Sicht ist das nicht unbedingt gesund, denn mit jedem Duschvorgang wird der natürliche Fettsäureschutzmantel der Haut angegriffen. Dieser bietet Schutz vor Feuchtigkeitsverlust und dem Eindringen von Schadstoffen und Krankheitserregern. Die Empfehlung von Experten: Besser nur zwei- bis dreimal die Woche als täglich unter die Dusche steigen.

Richtiges Abtrocknen will gelernt sein

Auch nach dem Duschvorgang gibt es einiges zu beachten: Die meisten unter uns neigen dazu, sich zu stark abzurubbeln. Letzteres schadet jedoch der Haut. Besser ist es, den Körper vorsichtig mit dem Handtuch abzutupfen. Alternativ können Sie sich auch ein Handtuch umwickeln und Ihren Körper, während sie beispielsweise Zähneputzen und (Gesichts)-creme auftragen, an der Luft trocknen lassen. Besondere Aufmerksamkeit gilt vor allem den Füßen – und insbesondere den Zehenzwischenräumen. Ist die Haut hier feucht und die Hautbarriere dadurch geschwächt, kann sich leicht ein Fußpilz einnisten und schnell verbreiten. Dermatologen raten zum Abtrocknen der Füße ein separates Handtuch zu verwenden. Wer etwas mehr Zeit hat, föhnt die Zehenzwischenräume trocken.

Zunge und Nase: Auch diese Körperteile wollen gepflegt werden

Während wir dem Zähneputzen täglich mehrere Minuten widmen, gehen Zunge und Nase meistens leer aus. Doch gerade auf der Zunge lauern unzählige Bakterien und Keime, die Wissenschaftlern zufolge sogar im Verdacht stehen, das Risiko für Krankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Rheuma oder Diabetes zu erhöhen. Wie man die Zunge am besten pflegt? Mit der Zahnbürste oder einem speziellen Zungenreiniger täglich leicht über die Zunge streichen bzw. schaben. Ein Großteil der Bakterien wird so beseitigt. Neben der Zunge zählt auch die Nase zu den stiefmütterlich behandelten Körperteilen – ohne Grund, denn genau wie den Körper kann man auch die Nase duschen. Am besten reinigen Sie die Nase vor dem Zubettgehen mit Hilfe einer Nasendusche und einer Wasser-Salz-Lösung. Achten Sie dabei auf das richtige Mischverhältnis. Der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte empfiehlt pro halben Liter Wasser einen gestrichenen Teelöffel Meersalz. Sie können auch normales Speisesalz verwenden solange es frei von Trennmitteln, Fluorid und Jod ist. Wer sich unsicher ist, greift zu speziellen Nasendusch-Salzen in fertigen Portionsbeuteln aus der Drogerie oder Apotheke. Dank der Nasendusche werden Pollen, Staub, Sekret und auch Erkältungskeime ganz einfach weggespült. Das enthaltene Salz kann leicht antibakteriell wirken, befeuchtet die Schleimhäute, beugt Erkältungen vor und kann zudem Heuschnupfensymptome lindern.

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