Beruhigender Weihrauch

Sie kennen Weihrauch bestimmt aus der Kirche – oder zünden Sie gerne Räucherstäbchen an? In beiden Fällen ist Ihnen der von den alten Ägyptern gebrauchte, mystische Stoff zumindest vom Geruch her vertraut. Aber auch als Wirkstoff gegen entzündete, Rosacea-geplagte Haut hat sich Weihrauch als Mittel der Wahl fest etabliert.

Weihrauch, ein Naturstoff mit jahrtausendealter Geschichte

Schon die Heiligen Drei Könige hatten ihn neben Gold und Myrrhe im Gepäck – als Geschenkgabe für das neugeborene Jesuskind. Sein intensiver, würzig-schwerer Duft ist einmalig: Weihrauch – dabei handelt es sich eigentlich um das Gummiharz der Baumart Boswellia. Gewonnen wird das im Anschluss luftgetrocknete Harz aus dem Weihrauch-Baum bzw. der verschiedenen Boswellia-Arten. Der vielen bekannte Rauch entsteht aber erst durch das Verbrennen des Baumharzes, was die meisten Menschen aus westlichen Ländern mit der Kirche verbinden. Die Boswellia-Pflanze stammt aus Afrika und dem südlichen Arabien, vor allem dem Oman und dem Jemen. Ein Hauptbestandteil des Weihrauchs ist die sog. Boswellia-Säure. Man unterscheidet verschiedene Ernte-Qualitäten, wobei die fast weiße, späte und teure Ernte die höchste Qualität besitzt. Diese großen Harztropfen entwickeln beim Räuchern einen intensiven Duft mit Zitronennote. Aber neben dem kultischen, religiösen Gebrauch ist Weihrauch auch ein hochwirksames Phytotherapeutikum. Der indische Weihrauch z.B. wird traditionell in der Ayurveda-Medizin angewendet.

Bereits im alten Ägypten bis ins 19. Jahrhundert galt Weihrauch als Medizin

Schon bei den alten Ägyptern war die entzündungshemmende und desinfizierende Wirkung des Weihrauchs bekannt. Und auch wenn die Menschen damals noch nichts über die genauen Wirkmechanismen wussten, so waren die Erfolge bei der Heilung Beweis genug. Am Nil nannte man das Harz des Weihrauch-Baumes auch den „Schweiß der Götter“. Die Ägypter nutzten ihn z.B. für die Verbesserung der Raumluft, genauso für Salben und die Wundbehandlung. Auch im römischen Reich war Weihrauch als Medizin sehr populär, und auch im Mittelalter wurde er als solche gebraucht – die berühmte Hildegard von Bingen setzte ihn ein. Ein Naturstoff mit langer Wirkungsgeschichte: Während die Entwicklung von synthetisch-chemischen Arzneimitteln wie Antibiotika und Kortikoide den Weihrauch als natürliche Medizin von der Bühne verdrängte, erlebt er heute ein fulminantes Comeback!

Die Forschung hat die entzündungshemmende Wirkung von Weihrauch erkannt

In den vergangenen Jahren hat die Forschung sich dem Thema intensiv angenommen, der Boom der Naturheilmittel im allgemeinen hat das Interesse zusätzlich befeuert: Am besten untersucht sind therapeutische Anwendungen bei Krankheiten wie Asthma, Arthrose, Rheuma oder chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Und nicht zuletzt: die Wirkung auf die Haut. Dabei geht es in erster Linie um die im Weihrauch-Harz enthaltenen Boswelliasäuren, welche Entzündungen bekämpfen und abklingen lassen. Aufsehen erregte die Entdeckung des Forschungsteams um den Tübinger Pharmakologen Hermann Ammon, nämlich die eines aktiv entzündungshemmenden Wirkstoffs im Weihrauch. Inzwischen weisen auch zahlreiche andere Studien die hemmende Wirkung von Boswelliasäuren auf Entzündungsprozesse nach. Diese Erkenntnisse macht sich die medizinische Kosmetik zunutze und setzt auf die positive Wirkung von Weihrauch bei entzündeten Hautpartien mit Rötungen, wie sie bei Gesichtserkrankungen wie Rosacea auftreten. Erstaunlich und eine gute Nachricht für alle Betroffenen der Hauterkrankung: Tatsächlich hemmen Boswelliasäuren ein Enzym, das bei diesen Entzündungsprozessen eine entscheidende Rolle spielt. Und nicht nur das: Sie hemmen das Enzym nicht nur, sondern programmieren es um, so dass es entzündungshemmende Stoffe ausschüttet. So soll die Entzündungsreaktion langfristig gestoppt werden – für einen nachhaltigen Effekt und eine ebenmäßige, gesunde Haut.

Indischer Weihrauch (Boswellia serrata) – Mittel gegen entzündete Haut

Besonders indischer Weihrauch gilt als sanfte Lösung in der Kosmetik – enthält er doch über 200 wirksame Substanzen. Der natürliche Entzündungshemmer entfaltet seine Doppelfunktion, in dem er entscheidende Akteure im Entzündungsprozess hemmt und umprogrammiert – so wird die Überreaktion des Immunsystems verringert. Auch bei Neurodermitis eignet sich der wundersame Natur-Wirkstoff, da er auch hier die Bildung von Entzündungsbotenstoffen hemmt.

Wir empfehlen bei zu Couperose und Rosacea neigender Haut unsere Spezial-Pflegeserie Haut in Balance Coupeliac

Verwandte Themen

Couperose oder Rosacea

Der Unterschied

Rötungen, Stechen, Brennen: Solche Veränderungen der Haut gehen für die Betroffenen mit großen Belastungen einher. Lesen Sie das Wichtigste über die Unterschiede, und was hilft.