Ein süßes Wunder
Seit Jahrtausenden schätzen die Menschen Mandeln als Geschenk, Labsal und Genuss. Pharaonen aßen Brot, das mit Mandeln verfeinert worden war – so ist es in der Bibel überliefert. Der Stab, mit dem Moses das Rote Meer teilte, trug Mandeln, nachdem er erblüht war. Und die mittelalterliche Heilkünstlerin Hildegard von Bingen empfahl den Genuss von Mandeln all denen, die über einen müden, schwachen Geist klagten.
Mandelbäume wachsen im Mittelmeerraum, Asien und heute auch in Kalifornien. Auch in deutschen Weinbaugebieten, etwa in der Pfalz, zeigen die frostempfindlichen Rosengewächse noch vor Beginn des Frühjahrs ihre spektakuläre, zartrosa Blütenpracht. Nach der Ernte im Spätherbst müssen die Mandeln erst einmal von ihrer rauen Schale befreit werden: Der Samen, den wir als „Mandel“ kennen, ist von ungenießbarem, bitteren Fruchtfleisch umgeben.
Es gibt süße und bittere Mandeln. Roh verzehrt, können Bittermandeln erhebliche Gesundheitsschäden nach sich ziehen: Der in ihnen enthaltene Stoff Amygdalin wird im Körper zu Blausäure verwandelt. Für die Körperpflege kommen deshalb – genau wie zur Herstellung von Marzipan – ausschließlich süße Mandeln zum Einsatz.

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